Nestroy 2007

January 4, 2008

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27. November 2007

 

Lieber Markus Kupferblum,Erstens möchte ich Dir zu Deiner wunderbaren Rede = “performance” auf der Bühne des Theaters an der Wien danken. Ich musste sehr lachen und fand besonders toll wie Du ohne Vorwürfe und mit Humor und so eindringlich die Situation und Ungereimtheiten auf den Punkt gebracht hast.Der Nestroy ist natürlich ein Danke für Deine Phantasie und Deine Unbeirrbarkeit. Ich finde sehr toll, dass Du ihn bekommen hast; auch wenn ich immer zwigespalten bin und finde, dass es eine eigenartige und typisch Wienerische Veranstaltung ist.Ich hab mich trotzdem und vielleicht gerade deshalb gefreut, Dich im Fernsehen zu sehen.Herzliche Grüße

von Isabella Grgeor

 

Chapeau Markus Kupferblum !

Samstagabend habe ich mir die Verleihung des Wiener Theaterpreises Nestroy angeschaut. Es gab auch eine Ehrung des Off-Theaters. Das ist an sich ja schon erstaunlich, denn eigentlich feiert sich mit diesem Theaterpreis die Szene selbst. Man fragt sich immer, warum soll man dabei zuschauen, wenn Angehörige einer bestimmten Branche sich gegenseitig für ihre Erwerbstätigkeit feiern. Aber dann erhielt Markus Kupferblum, ein bemerkenswerter Querkopf unter den Theatermachern, den Preis für bestes Off-Theater und hielt den anwesenden Kollegen von den fett subventionierten Staats- und Stadttheatern und vor allem den Kulturpolitikern einen klaren Spiegel vor. Sein Schlüsselsatz:Er frage sich, wieso nicht ein Theatermacher geehrt werde, der neues, beunruhigendes und riskantes Theater gemacht habe, sondern er für ein Stück gefeiert wurde, in dem es darum gehe, dass er – Markus Kupferblum – dem Publikum erklären müsse, dass er die geplante Oper nicht produzieren könne, weil er nicht ausreichend Subvention erhalten habe.Er erhielt viel Applaus, von der richtigen und der falschen Seite. Ein stiller, mutiger und stolzer Künstler, ein feinsinniger und scharfsinniger Mann. Weil man ihn für lustig hielt und weil man wohl glaubte, dass er Dankbarkeit für die Ehrung zeige, ließ man ihn für kurze Zeit in das von innerer Fäulnis angefallene System.

 

Angelika Aliti